Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
 
 

Doppelt mobil: Fahrräder huckepack aufs Auto

Wer die Wahl hat, hat oft die Qual: Sollen die Fahrräder lieber auf dem Autodach, an der Heckklappe oder auf der Anhängerkupplung mitreisen?

Ganz gleich, wie Autofahrer ihr Rad zum Ausflugsort letztendlich transportieren: Das A und O sei eine stabile Befestigung, erklärt ein Sprecher des Deutschen Kfz-Gewerbes.

Die Systeme punkten mit Leichtigkeit, Variabilität und komfortablem Handling. Sie haben Diebstahlsicherungen für Rad und Träger, sind am Heck abklapp- und mit Adaptern erweiterbar, schonen die Räder mit Abstandshaltern und lassen sich teilweise sogar im Kofferraum verstauen.

Auch Elektrofahrräder gehen auf Reisen

Neu ist: Auch E-Bikes und Pedelecs können mit auf Tour. Eine Schwerstarbeit für die Träger, weil die Elektrofahrräder im Vergleich zu den Klassikern schnell mal das Doppelte auf die Waage bringen. „80 Prozent der Kunden interessieren sich mittlerweile für den Transport von E-Bikes“, bestätigt Jürgen Strähle von Trägersystem-Hersteller Atera. „Selbst im Sportbereich wird mittlerweile elektrisch geradelt.“

Fast alle Hersteller sind dem Trend gefolgt und bieten Kupplungsträger mit einer Zuladung von 60 Kilogramm und mehr – passend für zwei E-Bikes. Dazu gibt es Auffahrschienen, mit denen die Schwergewichte bequem in Stellung gebracht werden.

Die Systeme im Überblick

 

Anhängerkupplungsträger: Der teuerste ist zugleich der sicherste, sparsamste und dazu E-Bike geeignet. Niedrige Ladehöhe, spritsparender Transport im Windschatten, sicherer Halt, und mit Adapter können bis zu vier Räder huckepack genommen werden. Rückleuchten und Kennzeichen befinden sich auch am Träger. Modelle mit Abklapp- oder Ausziehmechanik gewähren den Zugang zum Kofferraum. Rund 80 Prozent der Käufer entscheiden sich für diese Version.

Heckklappenträger: Eine Variante nur für ausgewählte Autos: Vans, Kombis und Fahrzeuge mit steilen Hecks. Für einzelne Fahrzeugtypen bieten Hersteller auch maßgeschneiderte Modelle an. Gummibeschichtete Rahmenhalter schonen die Autotür. Die Scharniere der meisten Pkw halten den Strapazen der Träger auf Dauer allerdings nicht Stand. Minuspunkte sammelt das System auch, weil an den Kofferraum in der Regel nur schwer oder gar nicht heranzukommen ist.

Dachträger: Er überzeugt mit einem günstigen Preis und bietet sich besonders für Autos mit integrierter Dachreling an. Allerdings stehen die Räder voll im Wind – das kostet. Und in Crashtests entwickelten einige Produkte ein gefährliches Eigenleben. Abstriche gibt es auch bei der Montage: Ohne Lift müssen große Gewichtheber ans Werk. Mehr als Tempo 120 sollte die Tachonadel während der Fahrt übrigens nicht anzeigen.

Vorsichtig in die Kurven gehen

Generell gilt: Mit der EU-Betriebserlaubnis entfällt die Abnahme beim Sachverständigen. Ein Blick in die Papiere verrät die zulässige Ladung des Trägers, die Stützlast der Anhängerkupplung sowie die Dachlast des Autos. Die dürfen nicht überschritten werden.

Nach rund 20 Kilometern sollten alle Halterungen gecheckt und gegebenenfalls nachjustiert werden. Vorsicht auch beim Reisen in stürmischen Zeiten, in Kurven und beim Bremsen – das Fahrverhalten des Autos ändert sich. Bei Heckträgern ist außerdem die Sicht nach hinten stark eingeschränkt. Aufschluss über die Sicherheit der Radhalter geben Tests von Automobilklubs, Fachzeitschriften und Stiftung Warentest.

 
Letzte Änderung: 04.06.2012
 
 

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