
Einzug ins Schneeparadies: Reisen in Europa

- Vor der Fahrt ins Schneeparadies erkundigen: Welche Regeln gelten beim europäischen Nachbarn für Winterreifen & Co?
Darin ist sich Europa einig: Nur mit einer entsprechenden Winterausrüstung rollt das Auto sicher durch die kalte Jahreszeit. Was genau unsere Nachbarn darunter verstehen, steht auf einem anderen Blatt.
Die EU-Bußgelder sind mitunter happig und können bei einem Betrag über 70 Euro auch in Deutschland eingetrieben werden.
Winterreifen und Schneeketten
Österreich, Schweiz, Slowakei: Die Ausrüstung ist auf bestimmten Strecken situativ Pflicht. Das heißt: Es gibt keine generelle gesetzliche Winterreifen-Vorschrift.
In Österreich müssen sie aufgezogen werden, wenn die Fahrbahnen vereist, verschneit oder voller Schneematsch sind. Reifen mit der Kennzeichnung „M+S“ werden akzeptiert. Schneeketten sind angesagt, sobald das runde, blaue Schild mit dem Schneekettensymbol auftaucht.
Auch die Schweizer Eidgenossen müssen die derben Sohlen nicht pauschal aufziehen, rollen aber freiwillig damit. Und das aus gutem Grund: Kommt es auf winterlichen Straßen ursächlich mit Sommerreifen zu einem Unfall, ist eine Mithaftung wahrscheinlich. Schneeketten unbedingt da anlegen, wo spezielle Schilder darauf hinweisen.
Frankreich, Italien, Kroatien und Ungarn: Hier können die Behörden mit Verkehrsschildern Winterreifen und Schneeketten auf bestimmten Strecken anordnen.
Slowenien, Finnland, Schweden, Litauen, Estland, Lettland, Serbien und Tschechien: Hier wird auf eine zeitlich begrenzte Fahrt mit der Winterausrüstung bestanden.
Das gilt auch im italienischen Aosta-Tal. Informationen über die genauen Zeitspannen liefern Automobilklubs und Fremdenverkehrsämter.
Lichtpflicht am Tag
Es muss tagsüber in den meisten Ländern auf allen Straßen leuchten. Nur die Italiener, Rumänen und Ungarn beschränken die Lichtpflicht auf Autobahnen und außerorts, die Bulgaren und Kroaten auf die Winterzeit.
Kommen Autofahrer bei einem Verstoß in Tschechien mit 20 Euro noch glimpflich davon, verlangen die Norweger stolze 185 Euro. Also: Licht besser immer und überall anschalten.
Maut
Über 20 Länder in Europa verlangen mittlerweile Straßengebühren – als Vignette für bestimmte Zeiträume oder für jeden zurückgelegten Kilometer wie in Frankreich, Italien, Kroatien oder Serbien. Zusätzlich wird Maut für Brücken, Tunnel, Pässe oder Städte fällig.
Verteuert haben sich die Jahresvignetten in Österreich (76,50 Euro), der Schweiz (31,50 Euro), in Tschechien (50,50 Euro) und Ungarn (148 Euro). Da lohnt oft der Griff zur Tages- oder Monatsvignette. Die kostet in Österreich für zwei Monate 23 Euro, das Zehntagespickerl 7,90 Euro.
Die Tschechen bieten die Monatsvignette für 15 Euro und die Zehntagesplakette für 10,50 Euro an.
Zahlen macht Sinn, denn bei Mautprellern sind die Nachbarn nicht zimperlich. Bis zu 500 Euro Bußgeld riskieren Schwarzfahrer in der Slowakei, ab 200 Euro in Tschechien und die Kaufgebühr plus 70 Euro in der Schweiz.
Auch die Österreicher sind mit 120 Euro Ersatzmaut bei Sofortzahlung oder einem Bußgeld ab 300 Euro Spaßbremser.
(Stand aller Angaben: September 2011)



















