Fahrt mit Schneeketten will geübt sein

Vor dem Einsatz im Schnee sollte das Anlegen der Schneeketten vorher geübt werden. Foto: ProMotor/Timo Volz

Im Gebirge geht im Winter nichts ohne sie: Schneeketten.

Sie werden gebraucht, wenn Winterreifen allein nicht mehr weiterhelfen.

Wer jemals mit Schneeketten im Tiefschnee unterwegs war, schwärmt von der Zugkraft der feingliedrigen Traktionshelfer. Doch der Umgang damit verlangt Übung, und es gilt auch ein paar Vorschriften zu beachten.

So ist die Höchstgeschwindigkeit mit Ketten in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf 50 km/h begrenzt.

Und wenn das Zeichen 268 StVO aufgestellt ist (weißes Rad mit schwarzer Schneekette auf blauem Grund), ist die Benutzung von Schneeketten auf der Antriebsachse Pflicht – auch bei Fahrzeugen mit Allradantrieb.

Außerdem müssen die Ketten zur Reifengröße des Fahrzeugs passen. Angaben dazu findet man in den Fahrzeugpapieren. Bei wenig Platz in den Radkästen werden in aller Regel besonders feingliedrige Ketten empfohlen.    

Schneeketten-Montage vorher probieren

Doch wo gibt es Ketten? Zu kaufen im Kfz-Meisterbetrieb und im Zubehörhandel, die Autoclubs vermieten auch. Allerdings reicht das Kontingent in den Skiferien je nach Schneelage oft nicht aus, rechtzeitiges Vorbestellen ist angeraten.

Wer jedoch vorhat, öfter in den Wintersport zu fahren, fährt mit einem eigenen Satz meistens günstiger. Und er hat Zeit, die Montage vorher zu Hause bei angenehmen Temperaturen zu üben und sich mit den Verschlüssen vertraut zu machen.

Denn wer seine ersten Versuche bei Minusgraden im Tiefschnee unternimmt, hat daran nur selten Freude.

Übrigens bieten die meisten Kettenhersteller an, bei einem Fahrzeug- und dadurch bedingten Größenwechsel der Räder die Ketten in gewissen Grenzen anzupassen.  

Der Handel bietet außer reinen Metallketten auch solche kombiniert mit Stahlseilen an sowie Krallen, die an einem fest mit der Radnabe verbundenen Adapter verschraubt werden.      

Nach Gebrauch säubern und trocken lagern

Weil nicht alle Lösungen gleichermaßen für guten Grip sorgen, hat Österreich vor ein paar Jahren eine eigene Norm für Schneeketten vorgegeben, die Ö-Norm V5117. Die gilt heute als Maßstab für Traktionshilfen.   

Und wie werden die Ketten gepflegt?

Zunächst mal, indem sie so wenig wie möglich auf schnee- und eisfreien Straßen gefahren werden – was auch die Reifen schont.

Nach Benutzung sollten sie einfach mit klarem Wasser abgespült und dann getrocknet werden, vom früher oft empfohlenen Einölen raten die Hersteller mittlerweile unisono ab.

Den Sommer überdauern sie am besten trocken gelagert in ihrer Verpackung – bis zum nächsten Winter.

Letzte Änderung: 09.01.2017