Klimaanlage regelmäßig warten lassen

Defekte an der Klimaanlage lassen sich durch regelmäßige Wartung vermeiden. Foto: ProMotor/T. Volz

[09.05.2018] Bonn. Nach den ersten warmen Tagen stehen viele Autos in der Werkstatt.

Diagnose: Klimaanlage defekt. Ein Schaden, der mit regelmäßiger Wartung zu vermeiden gewesen wäre.

Der Kreislauf des Kühlsystems enthält sowohl ein Kältemittel als auch Schmieröl für den Kompressor. Das muss zwar nicht so oft gewechselt werden wie Motoröl, aber länger als drei Jahre sollte es keinesfalls im System bleiben.

Aus Klimaanlagen entweicht Kältemittel

Außerdem sind Klimaanlagen im Gegensatz zum Kühlschrank zu Hause nie hundertprozentig dicht. Etwa zehn Prozent des Kältemittels – und damit auch des Schmieröls – entweichen pro Jahr, nach drei Jahren fehlt also ein Drittel.

Und dann beginnt die Kühlleistung spürbar nachzulassen. Wer das ignoriert, riskiert das Festfressen des Kältemittelkompressors und damit hohe Instandsetzungskosten.

Denn vor dem Einbau des Neuteils muss die Werkstatt den gesamten Kreislauf zerlegen und aufwändig spülen, um Fragmente des zerstörten Kompressors zu beseitigen.

Alle zwei Jahre einen Klimaservice machen lassen

Besser: Alle zwei Jahre vor dem Sommer die Klimaanlage in einer Fachwerkstatt warten lassen.

Dort wird das gesamte System entleert, die Restmenge des Öl-Kältemittel-Gemischs gewogen, recycelt, eine Dichtheitsprüfung durchgeführt und die Anlage anschließend mit der korrekten Menge Öl und Kältemittel neu befüllt.

Aber Vorsicht vor supergünstigen Service-Angeboten: Dort wird oft lediglich der Weg der Frischluft durch die Anlage mit einem Spray desinfiziert.

Das riecht dann ein paar Tage schön hygienisch, hat aber auf Wirkung und Lebensdauer des Kälteapparats keinen förderlichen Einfluss.

Wenn die Anlage nach dem Einschalten wirklich müffelt, wird eine Fachwerkstatt nach der Wartung zusätzlich den Innenraumluftfilter erneuern und dann, falls erforderlich, den so genannten Verdampfer gezielt reinigen.

Damit ist gewährleistet, dass die Anlage wieder für ein paar Jahre störungsfrei prima Klima erzeugt.

Reduzierung des Kältemittels R134a führt zu höheren Kosten

Nicht wundern sollten sich Autofahrer, wenn die Kosten für den Klimaservice steigen. Das liegt jedoch nicht im Verantwortungsbereich der Werkstatt.

Schuld ist die aufgrund europäischer Gesetzgebung reduzierte Verfügbarkeit des Kältemittels R134a. Dies setzen die Betriebe im Rahmen der Wartung und Reparatur von Klimaanlagen im Fahrzeug ein.

In den kommenden Jahren wird es laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) weitere Reduzierungen dieses Kältemittels geben.                

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Letzte Änderung: 09.05.2018Webcode: 0119579