Auch im Sommer: Licht an!

Tagfahrlicht erhöht die Sicherheit und macht Fahrzeuge auch in dunklen Alleen besser sichtbar. Quelle: ProMotor.

[07.06.2018] Bonn. Fast 17 Stunden täglich ist es im Juni hell. Braucht man da noch Licht am Tag beim Autofahren? Aber sicher! Genau das ist das Stichwort: sicher.

Jeder kennt die Situation: Bei tief stehender Sonne begegnen sich in dunklen Alleen oder Häuserschluchten unbeleuchtete Fahrzeuge. Das erhöht die Unfallgefahr.

Tagfahrlicht, das seit 2011 in allen neuen Fahrzeugtypen serienmäßig strahlt, rettet die Situation. Was aber gilt, wenn ein Tunnel angekündigt wird oder der Starkregen überraschend niederprasselt? Was darf oder muss dann leuchten?

Licht-Regeln in Deutschland

Tagfahrlicht wird in Deutschland empfohlen, Pflicht ist es aber nicht. Es dient dazu, beim Gegenverkehr Aufmerksamkeit zu erzeugen, leuchtet aber nicht die Straße aus. Entgegenkommende Fahrzeuge werden so besonders bei wechselnden Lichtverhältnissen besser wahrgenommen.

An Motorrädern müssen laut Paragraph 17 der Straßenverkehrs-Ordnung  dagegen Tagfahr- oder Abblendlicht leuchten.

Bei Tunnel-Fahrten, angekündigt mit dem entsprechenden Verkehrszeichen (schwarze Tunneleinfahrt, weiß hinterlegt und blau eingerahmt), genügt das Tagfahrlicht allerdings nicht. Wer hier ohne Abblendlicht fährt, riskiert 10 Euro, bei Gefährdung 15 und mit Sachbeschädigung 35 Euro.

Abblendlicht leuchtet die Fahrbahn vor dem Fahrzeug aus und ist Teil der Gesamtbeleuchtung. Dann sind auch die Heckleuchten in Betrieb.

Bestraft wird die Fahrt ohne Abblendlicht auch bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen wie Nebel oder Regen. Dann darf auch bei Sichtweiten unter 50 Meter die Nebelschlussleuchte scheinen, um auch von hinten besser gesehen zu werden.

Licht-Pflicht in Europa

Fast alle europäischen Nachbarn ordnen am Tag auch bei guter Sicht das Tagfahrlicht  oder alternativ das Abblendlicht an. Das kann ganzjährig inner- und außerorts, aber auch nur außerorts sowie für eine bestimmte Zeit oder Strecke sein.

Lichtmuffel zahlen kräftig. Die Esten kassieren rund 190 Euro, die Norweger 160, die Dänen immerhin noch zirka 67 Euro Strafgeld. Allein Österreich hat sich vom Fahren mit Licht am Tag verabschiedet.

Sicher ist sicher: Da, wo Licht am Tag gesetzlich vorgeschrieben ist, sollte ein Ersatzlampenset an Bord mitgeführt werden. In einigen Ländern wie Kroatien oder Serbien ist die Mitnahme von Lampen, die man selbst austauschen kann, sogar Pflicht. 

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Letzte Änderung: 07.06.2018Webcode: 0120050