Projektstudie zu Kfz-Schiedsstellen vorgestellt

v.l. Birgit Hamann, Kfz-Landesverband Schleswig-Holstein, Kilian Seger, BFC, ZDK-Vorstand Arne Joswig, Martin Rumpff, Geschäftsführer Kfz-Landesverband Hamburg, Magdalena Maack, BFC, Marco Siega, ZDK, Martina Krassowski, Kfz-Landesverband Hamburg, Ulrich Dilchert, ZDK-Geschäftsführer Recht. Foto: ProMotor

[03.07.2019] Im Auftrag des ZDK wurde Ende Juni in Schleswig-Holstein eine Projektstudie zum Thema „Kfz-Schiedsstellen“ vorgestellt.

Durchgeführt und präsentiert wurde die Arbeit von zwei Studenten der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kraftfahrzeuggewerbe (BFC), Magdalena Maack und Kilian Seger.

Ziel der Studie war es herauszuarbeiten, welchen Nutzen Verbraucher und Kfz-Betriebe davon haben, wie die Praxis aussieht und welche weiteren Potenziale für das Kfz-Gewerbe in den Schlichtungsstellen liegen.

Ergebnisse der Studie

41 Prozent der befragten Betriebe haben die Arbeit der Schiedsstellen schon einmal in Anspruch genommen. Ein Viertel der Betriebe nutzt die Schiedsstellen ungefähr einmal pro Jahr, die anderen seltener oder gar nicht. 44 Prozent der Betriebe glauben, dass ihre Kunden die Schiedsstellen nicht kennen.

Dass die Zahl der Schiedsstellenverfahren zurückgeht, kann verschiedene Ursachen haben: Kleinere Meinungsverschiedenheiten werden möglicherweise direkt vor Ort oder aber vor Gericht geklärt. Außerdem ist die grundsätzliche Zufriedenheit der Kunden mit dem Autohaus und der Werkstatt ihres Vertrauens sehr hoch.

Einige Kfz-Betriebe glauben, dass Kunden eine schlechtere Entscheidung des Schlichtungsergebnisses gegenüber einer gerichtlichen Klage befürchten und deswegen eher den Klageweg beschreiten. Rund die Hälfte der befragten Betriebe sieht allerdings Vorteile im Schlichtungsverfahren: finanzielle Vorteile, Kundenbindung, Zeitersparnis und Imagevorteile. Fünf Betrieben erkennen dagegen keinen betriebswirtschaftlichen Nutzen.

Bei gut einem Drittel der Betriebe konnte durch die Umfrage ein Interesse an den Schiedsstellen wecken, ein Großteil wäre auch bereit, Maßnahmen im Betrieb durchzuführen, um die Bekanntheit von Schiedsstellen zu erhöhen.

Maßnahmen

  • Die Studenten machten verschiedene Vorschläge, um die Beteiligung am Schiedsstellenverfahren zu erhöhen:
  • Einbindung des ADAC, um Verbraucher auf die Kfz-Schiedsstellen aufmerksam zu machen, z. B. durch Artikel in der Motorwelt bzw. anderen Fachzeitschriften
  • Neuauflage des bereits vorhandenen Flyers zu Kfz-Schiedsstellen.
  • Kooperation mit Fahrschulen um das Thema Kfz-Schiedsstellen in den Theorieunterricht aufzunehmen.
  • Durchführung von Deeskalationsseminaren für Kfz-Betriebe, bei denen für die Schiedsstellen geworben wird.
  • Vorstellung der Kfz-Schiedsstellen bei Veranstaltungen des Kfz-Gewerbes.
  • Beauftragung der BFC mit einer weiteren Projektstudie zu Thema „Soziale Medien als Werbekanal für Kfz-Schiedsstellen“. 

Diskussion

Im Anschluss diskutierten die Studenten ihre Ergebnisse und Lösungsansätze mit Experten aus der Praxis, darunter Arne Joswig, ZDK Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses Öffentlichkeitsarbeit, Martin Rumpff, Geschäftsführer des Landesverbandes Hamburg und Ulrich Dilchert, Geschäftsführer der ZDK-Rechtsabteilung.

Das Kfz-Gewerbe bietet das unparteiische Verfahren grundsätzlich jedem an, der sich ungerecht behandelt fühlt und einen unbürokratischen und einfachen Weg sucht. Ob eine aktive PR- und Werbekampagne mit entsprechendem finanziellen und personellen Einsatz den gewünschten betriebswirtschaftlichen Gewinn bringt, müsste geklärt werden, bevor weitere öffentlichkeitswirksame Maßnahmen umgesetzt werden. Mit diesem Thema wird sich auch der Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit bei seiner nächsten Sitzung beschäftigen. 

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Letzte Änderung: 08.07.2019Webcode: 0125211