Der Hochlauf der Elektromobilität gewinnt weiter an Dynamik: Mit einem Anteil von rund 28 Prozent an den Pkw-Neuzulassungen lag im Juni bereits den dritten Monat in Folge mehr als jeder vierte Neuwagen unter Strom. Für den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bestätigen die heute vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlichten Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 die eigene optimistische Prognose für das Gesamtjahr.
Der ZDK hatte für 2026 einen durchschnittlichen Anteil von 25 Prozent batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) an allen Pkw-Neuzulassungen prognostiziert – nach 19,1 Prozent im Jahr 2025. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weiter an Breite gewinnt und sich der Markthochlauf von E-Fahrzeugen zunehmend stabilisiert: Nach den ersten sechs Monaten liegt der BEV-Anteil bereits bei 24,8 Prozent und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 17,7 Prozent.
„Die Dynamik im Automobilhandel hat spürbar zugenommen. Die anfängliche Zurückhaltung vieler Kundinnen und Kunden gegenüber Elektromobilität ist einer wachsenden Offenheit und konkreten Kaufbereitschaft gewichen“, erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.
„Die Elektromobilität ist im Markt angekommen und entwickelt sich zunehmend zu einem tragenden Segment des Neuwagengeschäfts – das bestätigt unsere Marktprognose. Hohe Kraftstoffpreise, staatliche Förderimpulse und ein wachsendes Angebot an erschwinglichen Elektrofahrzeugen geben dieser Entwicklung zusätzlichen Rückenwind“, so Peckruhn.
Die aktuelle Marktentwicklung spiegelt sich auch in den Zulassungszahlen wider: Im Juni wurden 84.057 vollelektrische Fahrzeuge neu zugelassen – ein Plus von 78,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der BEV-Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen stieg nach Angaben des KBA im Jahresvergleich um zehn Prozentpunkte auf 28,4 Prozent (Juni 2025: 18,4 Prozent). Rechnet man den 10,9-Prozent Anteil der Plug-In Hybride (PHEV) hinzu, waren im Juni fast 40 Prozent aller neu zugelassenen Pkw Fahrzeuge mit Stecker.
„Wenn man vollelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride zusammen betrachtet, liegt der Anteil inzwischen in dieser Größenordnung. Das zeigt deutlich, dass elektrifizierte Antriebe im Neuwagenmarkt eine immer größere Rolle spielen und längst in der Breite angekommen sind“, betont Peckruhn.
Die aktuelle Nachfrage nach staatlicher E-Auto-Förderung bestätigt den breiten Marktzugang der E-Mobilität. Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden bislang 72.064 Anträge registriert. Rund 90 Prozent entfallen auf BEV, PHEV und Brennstoffzellenfahrzeuge. Fast die Hälfte der Anträge stammt laut BAFA von Haushalten mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro.
Auch der Gesamtmarkt entwickelte sich im Juni deutlich positiv. Mit 296.378 neu zugelassenen Pkw lag das Volumen um 15,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dazu trug unter anderem ein zusätzlicher Arbeitstag im Vergleich zum Juni 2025 bei.
„Der zusätzliche Arbeitstag hat dem Markt Rückenwind gegeben. Entscheidend ist aber: Die positive Entwicklung reicht über diesen Kalendereffekt hinaus – die Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen zieht spürbar an“, so Peckruhn.