Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt die heute vom Bundesumweltministerium vorgestellten Eckpunkte zur Förderung von Elektrofahrzeugen. Die geplanten Maßnahmen setzen aus Sicht des ZDK wichtige Impulse für den Hochlauf der Elektromobilität und schaffen zugleich mehr Planungssicherheit für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für den Kfz-Handel.
„Die vom Bundesumweltministerium vorgesehenen Förderstufen sind aus unserer Sicht sinnvoll und setzen die richtigen Anreize. So wird ein klares und nachvollziehbares Signal gesetzt, das vielen Kundinnen und Kunden den Einstieg in die E-Mobilität erleichtert“, erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. “Entscheidend ist jetzt eine zügige und unbürokratische Umsetzung, damit der Kfz-Handel sowie die Kundinnen und Kunden schnell von der neuen Förderung profitieren können.”
Breit angelegte Förderung mit sozialer Staffelung
Herzstück der neuen Förderung ist die Einbeziehung aller Elektrofahrzeuge – sowohl vollelektrischer Modelle (BEV) als auch Plug-in-Hybride (PHEV) - mit Neuzulassung ab dem 1. Januar 2026, unabhängig davon, ob sie gekauft oder geleast werden. Vorgesehen sind Förderbeträge von 3.000 Euro für BEV und 1.500 Euro für PHEV für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro. Förderanträge sollen voraussichtlich ab Mai 2026 möglich sein. Eine Antragstellung ist auch rückwirkend vorgesehen und ist ebenso bis zu einem Jahr nach dem Zulassungsdatum noch möglich.
Positiv bewertet der ZDK die soziale Staffelung der Förderung. Liegt das zu versteuernde Haushaltseinkommen unter 60.000 Euro, erhöht sich der jeweilige Förderbetrag um 1.000 Euro. In einer weiteren Stufe, bei einem Einkommen unter 45.000 Euro, kommen nochmals 1.000 Euro hinzu. Zusätzlich ist für Familien mit Kindern ein weiterer Förderbetrag von 500 Euro pro Kind vorgesehen, maximal für zwei Kinder.
„Dass Haushalte mit geringerem Einkommen sowie Familien gezielt stärker unterstützt werden, ist der richtige Ansatz“, so Peckruhn weiter. Vor dem Hintergrund sinkender Preisunterschiede zwischen Verbrennern und E-Fahrzeugen sowie breiteren E-Modellpaletten im erschwinglichen Klein- und Kompaktwagensegment dürfte das Förderpaket zu einer spürbaren Erhöhung der E-Auto-Nachfrage in diesem Jahr beitragen.
„Im Idealfall können bis zu 6.000 Euro Förderung erreicht werden. Das macht Elektromobilität für breite Bevölkerungsschichten attraktiver und sollte helfen, das Kaufinteresse nachhaltig zu steigern“, so Peckruhn. „Mit einer schnellen und klaren Umsetzung können diese Maßnahmen Vertrauen schaffen und die Elektromobilität spürbar voranbringen.“ Der ZDK erwartet für dieses Jahr rund eine Million Pkw-Neuzulassungen von Elektroautos (BEV und PHEV) durch private und gewerbliche Halter.
ZDK mahnt zügige Umsetzung und breitere Förderung an
Kritisch bewertet der ZDK, dass Förderanträge voraussichtlich erst im Frühjahr gestellt werden können. Dann ist mit einem hohen Antragsaufkommen zu rechnen, das beim für die Bearbeitung zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu Verzögerungen führen könnte. Dadurch droht sich auch die Wirkung der Förderung zu verzögern - insbesondere für Personen mit geringerem Einkommen, für die eine zeitnahe Auszahlung der Prämie ein wichtiger Kaufanreiz wäre.
Der ZDK kritisiert, dass gebrauchte Elektrofahrzeuge von der neuen Förderung ausgeschlossen sind. Eine Einbeziehung würde nicht nur den gesamten E-Automarkt beleben und die Nachfrage verbreitern, sondern die Elektromobilität auch für weitere Käufergruppen attraktiver machen. Zugleich könnte sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Restwerte von Elektrofahrzeugen leisten.
Damit Elektroautos für weitere Zielgruppen tatsächlich attraktiv und praktikabel werden, müssen flankierende Maßnahmen Hand in Hand mit der Förderung greifen. Ein schneller Ausbau der Ladeinfrastruktur, niedrigere Stromkosten und klare Preistransparenz an Ladesäulen sind aus Sicht des ZDK entscheidend, um die Akzeptanz und Nutzung von E-Autos nachhaltig zu steigern.
“Die neue Förderung setzt wichtige Impulse, doch E-Mobilität braucht mehr als rein finanzielle Anreize. Nur mit schneller Einführung, attraktiven Bedingungen für alle Käufergruppen und flankierenden Maßnahmen können wir den Hochlauf der E-Mobilität dauerhaft sichern”, so Peckruhn.