Mehr Vergleichbarkeit, mehr Sichtbarkeit, mehr Gewicht: Neue ZDK-Berechnung weist 705.000 Beschäftigte und 84.000 Unternehmen im Kfz-Gewerbe aus
ZDK stellt Branchenstatistik neu auf: Kfz-Gewerbe nutzt Datenbasis des Statistischen Bundesamtes
Das Kfz-Gewerbe wird künftig so erfasst, wie es seiner tatsächlichen wirtschaftlichen Bedeutung entspricht. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) stellt seine Branchenstatistik auf eine breitere Datenbasis mit amtlichen Grundlagen, und orientiert sich dabei an den Standards und der Datenlogik des Statistischen Bundesamtes.
Mit der Neuberechnung macht der ZDK die tatsächliche wirtschaftliche und beschäftigungspolitische Bedeutung des Kfz-Gewerbes sichtbarer. Die Branche umfasst nach der neuen Methodik rund 84.000 Unternehmen mit 705.000 Beschäftigten. Bislang hatte der ZDK auf Basis einer eigenen Abgrenzung rund 39.000 Betriebe und 468.000 Beschäftigte ausgewiesen.
„Das Kfz-Gewerbe ist eine der großen Säulen der deutschen Wirtschaft – und deutlich größer, als bislang sichtbar war“, erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. „Mehr als 700.000 Menschen arbeiten in Autohäusern, Werkstätten und weiteren Unternehmen des Kfz-Gewerbes. Diese Bedeutung muss sich auch in Statistik, öffentlicher Wahrnehmung und politischen Entscheidungen widerspiegeln“, so Peckruhn.
Die neuen Branchenzahlen veröffentlicht der ZDK zur Automechanika Frankfurt (8. bis 12. September 2026), der weltweit größten Leitmesse des Automotive Aftermarket. Sie machen deutlich: Das Kfz-Gewerbe ist ein zentraler Teil der automobilen Wertschöpfung in Deutschland.
Von der Mitgliederstatistik zur Branchenstatistik
Mit der neuen Methodik trennt der ZDK künftig klar zwischen Mitgliedschaft und Branche. Die veröffentlichten Kennzahlen beschreiben die gesamte wirtschaftliche Realität des Kfz-Gewerbes – unabhängig davon, ob Unternehmen Mitglied einer Innung oder eines Verbandes sind.
„Als Dachverband sprechen wir für die gesamte Branche. Deshalb ist es folgerichtig, dass unsere Kennzahlen künftig die tatsächliche Größe und Struktur des Kfz-Gewerbes abbilden. Wir orientieren uns dabei an den amtlichen Daten des Statistischen Bundesamts und schaffen zugleich eine direkte Vergleichbarkeit mit anderen Bereichen der Automobilwirtschaft“, so Peckruhn.
Grundlage der neuen Berechnung sind die amtlichen Wirtschaftszweige „Handel mit Kraftwagen“ sowie „Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen“. Ergänzt wird die Datengrundlage durch fachliche Anpassungen des ZDK, die eine kontinuierliche Fortschreibung ermöglichen.
Realitätsnäher und vergleichbarer
Die neuen Zahlen fallen deutlich höher aus als die bisherigen Angaben. Dafür gibt es mehrere Gründe: In die neue Statistik fließen künftig alle Beschäftigten ein – also neben Vollzeitkräften auch Teilzeitbeschäftigte, Selbständige und weitere Unternehmensbereiche. Zudem werden kleine Unternehmen sowie zusätzliche Tätigkeitsfelder des Kfz-Gewerbes berücksichtigt. Noch nicht erfasst ist dagegen der Handel mit Kraftfahrzeugteilen, sonst läge die Beschäftigtenzahl deutlich über 800.000.
Darüber hinaus verwendet der ZDK jetzt den Begriff „Unternehmen“ statt „Betriebe“. Damit orientiert sich der Verband an der Definition der amtlichen Statistik, nach der ein Unternehmen mehrere rechtliche Einheiten und Standorte umfassen kann.
„Wer die Transformation der Mobilität gestalten will, muss die gesamte Wertschöpfungskette im Blick haben. Das Kfz-Gewerbe sorgt mit seinen Unternehmen für Mobilität, Beschäftigung, Ausbildung und Service in allen Regionen Deutschlands. Diese Leistung wird mit der neuen Statistik künftig noch deutlicher sichtbar“, betont Peckruhn.
Der ZDK verbindet die neue Datengrundlage mit einem klaren Anspruch: Das Kfz-Gewerbe braucht eine starke Interessenvertretung, die seine gesamte wirtschaftliche Breite im Blick hat. Zugleich arbeiten ZDK und Bundesinnungsverband des Kfz-Handwerks (BIV) inzwischen an einer arbeitsteiligen Kooperation. Beide Verbände treten auf der Automechanika Frankfurt mit einem gemeinsamen Messestand auf.
„Selbstbewusstsein und Zusammenarbeit sind kein Widerspruch“, sagt Peckruhn. „Wir stehen für die Interessen des gesamten Kfz-Gewerbes. Gleichzeitig wollen wir mit dem BIV dort eng und konstruktiv zusammenarbeiten, wo wir die Interessen der Branche gemeinsam voranbringen können. Unser gemeinsamer Auftritt auf der Automechanika ist dafür ein sichtbares Zeichen.“